Sony a6000 (ILCE6000) eine Profikamera?

Die Sony a6000 (Link Amazon) ist eine sehr häufig verkaufte Systemkamera von Sony. Im Grunde ist die a6000 die günstigste Sony-Kamera mit Wechselobjektiv und Sucher aus dem Hause Sony. Ich habe die Sony a6000 so häufig in irgendwelchen Youtube-Videos von Profis und vermeintlichen Profis gesehen, dass ich mich gefragt habe, ob die a6000 eine Profikamera ist. Die kurze Antwort direkt zu Beginn: Passt. Jetzt gibt es die Details in den nächsten Abschnitten.

Was ist eine Profi-Kamera?

Wenn ihr den Begriff „Profi-Kamera“ auseinandernehmt, dann ist eine Profi-Kamera eine Kamera, mit der man beruflich fotografiert. Wenn man beruflich fotografiert, dann will man grob folgendes (Prio 1 ganz oben, nach unten abnehmend):

  1. Qualitativ hochwertige Fotos
  2. Gute Auswahl an Objektiven
  3. Gute Auswahl an Zubehör (Blitz und Co.)
  4. Mögliche Spezialisierung
  5. Wetterfest und andere Features

Eine gute Abbildungsqualität versteht sich von selbst, hierfür benötigt man einen guten Sensor, gute Software und einen guten Verschluss. Die Objektivauswahl hängt stark von Einsatzfeld der Kamera ab, im Studio benötigt man andere Objektive als z.B. Sportfotograf draußen. Diese Auswahl kann nicht vollständig objektiv betrachtet werden, sondern hängt stark von den persönlichen Bedürfnissen ab. Beim Zubehör sind die verfügbaren Blitze und Blitztransmitter sehr wichtig, gibt es hier nichts, dann ist das fast ein no-go. Die restlichen Zubehörteile hängen wieder stark am gewünschten Einsatz, z.B. ein Unterwassergehäuse für Tauchgänge. Die mögliche Spezialisierung der Kamera beinhaltet Punkte wie besonders hohe Auflösung für z.B. Architekturfotografie oder Studiofotografie für Print und Co., eine hohe framerate (=Bilder pro Sekunde) für Sportfotografie, ein sehr schneller Autofokus ebenfalls für Sport, usw. Sehr eng mit der Spezialisierung verbunden sind die Wetterfestigkeiten von Kameras, dazu gehörten die Einsatztemperaturen und die Wasserdichtigkeit.

Was leistet die Sony a6000 bzgl. als mögliche Profi-Kamera?

Abbildungsqualität

Die Abbildungsqualität der Sony a6000 ist sehr überzeugend. Ich habe die a6000 als Testkamera gekauft, um mir das Thema Systemkameras genauer an zu schauen. Die Fotos haben einen sehr guten Dynamikumfang und auch das ISO-Verhalten ist mehr als gut. Technisch datailliert kann man sich das auf DXO-Mark anschauen, die Ergebnisse für die Objektivkombination mit Sony 85 mm F1.8, Sigma 19 mm F2.8 und Sigma 60 mm F2.8 kann ich so zu 100% bestätigen: https://www.dxomark.com/Cameras/Sony/A6000—Measurements. Der Sensor und die dahinterliegende Software arbeiten sehr ordentlich in dieser Kombination. Die Headshots auf dieser Seite wurden mit er a6000 und dem Sony 85 mm F1.8 erstellt in Kombination mit Speedlights in Softboxen. Die Fotos sind erstaunlich scharf, auch am Rand, Kontrast und Farbwiedergabe sind sehr gut. Die Qualität der Fotos lässt eine berufliche Verwendung der Kamera zu.

Objektivauswahl

Die a6000 verfügt über den Sony-eigenen E-Mount als Objektivbajonett. Der E-Mount wird verwendet für APS-C Kameras, der FE-Mount (=F für „Full Frame“) für die Vollformatkameras. Es handelt sich nur um eine Bezeichnung, um die Objektive besser zuordnen zu können, die Anschlüsse sind identisch, so dass man die Objektive wechseln kann, allerdings erzeugen die E-Mount Objektive montiert an einer Vollformatkamera natürlich eine starke Vignette, umgekehrt funktioniert es ohne Einschränkungen. Das Sony 85 mm F 1.8 ist ein FE-Mount Objektiv, die beiden oben erwähnten Sigmas sind E-Mount Objektive. Aus meiner Sicht sollte man sich FE-Mount Objektive zulegen, falls mal eine Vollformatkamera geplant ist, ansonsten kauft man die Objektive zweimal. Die Objektivauswahl wurde in der Vergangenheit oft als zu eingeschränkt moniert, allerdings sind mit Adaptern viele der gängigen Objektive anderer Hersteller mit der Sony verwendbar und Sony selbst hat mit dem Angebot an Objektiven deutlich nachgezogen. Aus meiner Sicht spricht auch hier nichts gegen die Verwendung

Zubehör

Beim Zubehör für die Sony a6000 habe ich mich lediglich auf die verfügbare Blitztechnik konzentriert. Neben den Blitzen von Sony gibt es von der Firma Godox Blitze (Link führt zu Amazon), die sehr sauber mit der a6000 kommunizieren und auch TTL (=Belichtungsautomatik mit Blitz) anbieten. Godox biete auch Sender an und neben den Speedlights für Sony (Link führt zu Amazon), mit einem Preis von ca. 100 Euro, auch einige Studioblitze bzw. Monolights (=Studioblitz mit eigenem Akku). Wenn man auf TTL verzichten möchte und rein manuell im Studio blitzt, dann können auch die Blitze von Yonguo (Link führt zu Amazon) verwendet werden, ebenfalls mit verfügbaren Sendern, der Preis halbiert sich dann nochmal ungefährt.

Mögliche Spezialisierung

Die Sony a6000 ist bekannt für ihren schnellen Autofokus und die 11 fps (=Bilder pro Sekunde). Ich muss sagen, dass ich die 11 fps schon sehr beeindruckend finde, besonders wenn man sich vor Auge führt, dass dies häufig gerade mal bei den zig tausend Euro teuren Premiummodellen von Canon und Nikon angeboten wurde. Mit 11 fps lassen sich viele Aufnahmen viel besser fotografieren also mit z.B. nur 5 fps. Ein einfaches Beispiel wäre ein Sprung ins Wasser mit Anlauf. Bei 5 fps verpasst mein deutlich mehr kritische Punkte im Sprung als bei 11 fps. Die Kombination aus 11 fps und dem schnellen Autofokus und evtl. sogar dem „nur“ APS-C Sensor bieten hier eine Spezialisierung für die Action – und Sportfotografie. Die APS-C Sensoren sind um den Faktor 1,5 kleiner als Vollformatsensoren, dadurch ist der Vergrößerungsfaktor von Ojektiven auch größer. Die Brennweiten müssen mit 1,5 multipliziert werden, um die äquivalente Brennweite zu errechnen. Ein 200 mm Ojektiv an einer Vollformatkamera entspricht also auf eine APS-C Kamera gesetzt einem 300 mm Objektiv. Ich muss dazu sagen, dass der Puffer bei RAW Aufnahmen nach ca. 22 Bildern voll ist und die Kamera dann erstmal ca. 30 Sekunden nicht zu gebrauchen ist, da diese die Daten auf die Speicherkarte schreibt. Bei einem Preis von aktuell um die 500,- Euro Brutto ist das allerdings zu verkraften.

Wetter- und Witterungsbeständigkeit

Die Sony a6000 hat keinen besonderen Spritzschutz noch ist sie besonders Witterungsbeständig. Hier gibt es also keine Pluspunkte. Ist man beruflich also viel draußen bei Wind und Wetter und muss die Kamera auch bei den extremsten Temperaturen funktionieren, so ist die Kamera hier nicht zu empfehlen. Auch ist die Batterielaufzeit eine typische Laufzeit für Systemkameras, nämlich kurz. Für Profifotografen, die hierauf achten, ist die Sony auch nicht zu empfehlen bzw. es muss in Betracht gezogen werden bei der Planung.

Fazit

Die Sony a6000 ist qualitativ sehr hochwertig und auch von den Grundfunktionen sehr überzeugend. Zusammengefasst könnte man die Sony a6000 beschreiben als Allroundkamera mit Tendenz zur Sportfotografie. Die Qualität ist für die Verwendung als Profikamera mehr als ausreichend. Jeder professionelle Fotograf muss noch im Detail prüfen, ob die angebotenen Features für die eigene berufliche Ausrichtung vorhanden sind.

Die Sony a6000 gibt es z.B. hier auf Amazon.

 

 

 

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